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Welpenschutz für Startups: Ab Wann Cybersecurity Priorität haben sollte

gibt es Welpenschutz für Startups
Startups erleben in ihren ersten Jahren eine aufregende, aber auch herausfordernde Zeit. Die Prioritäten liegen oft auf der Produktentwicklung, Markteinführung und Finanzierung. Dabei wird ein entscheidender Aspekt manchmal vernachlässigt: die Cybersecurity. Doch ab wann sollte Cybersecurity für ein Startup in Bern und der gesamten Schweiz wirklich zur Priorität werden?

Warum gibt es keinen «Welpenschutz»?

In der Anfangsphase eines Startups liegt der Fokus auf Wachstum und Marktpositionierung. Viele Gründer gehen davon aus, dass sie als kleines Unternehmen kein attraktives Ziel für Cyberkriminelle sind. Das ist ein gefährlicher Irrtum: Gerade Startups sind besonders verwundbar, weil sie oft noch keine professionellen Sicherheitsmassnahmen implementiert haben – und Angreifer wissen das.

Laut dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) betreffen Cyberangriffe in der Schweiz Unternehmen jeder Grösse. Startups sind dabei überproportional betroffen, da ihnen die Ressourcen für dedizierte IT-Sicherheit fehlen.

Drei Gründe, sofort zu handeln

  1. Datenverlust vermeiden: Startups sammeln bereits in den ersten Tagen wertvolle Daten – Kundendaten, Geschäftspläne, geistiges Eigentum. Ein Ransomware-Angriff oder Datendiebstahl kann in dieser Phase existenzbedrohend sein.
  2. Kundenvertrauen aufbauen: Gerade in der Aufbauphase ist Vertrauen alles. Ein Sicherheitsvorfall kann die Reputation eines jungen Unternehmens nachhaltig zerstören – noch bevor es sich etabliert hat.
  3. Regulatorische Pflichten erfüllen: Das Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) und die DSGVO gelten ab dem ersten Tag. Verstösse können zu hohen Bussen führen – unabhängig von der Unternehmensgrösse.

Cybersecurity-Basics für die Gründungsphase

Diese Massnahmen kosten wenig, schützen aber sofort:
  • Passwort-Manager einsetzen: Nutzen Sie Tools wie Bitwarden oder 1Password und erzwingen Sie starke, einzigartige Passwörter für alle Dienste.
  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Aktivieren Sie MFA für alle kritischen Konten – E-Mail, Cloud-Dienste, Bankzugang.
  • Regelmässige Updates: Stellen Sie sicher, dass Betriebssysteme und Software immer aktuell sind. Automatische Updates sind hier der einfachste Weg.
  • Backups einrichten: Implementieren Sie die 3-2-1-Regel: 3 Kopien auf 2 verschiedenen Medien, 1 davon offline.
  • Sicherheitsbewusstsein schaffen: Bereits ab dem ersten Mitarbeiter sollten grundlegende Sicherheitsregeln gelten – keine Passwörter teilen, verdächtige E-Mails melden, keine unbekannten USB-Sticks verwenden.

Massnahmen für die Wachstumsphase

Mit dem Wachstum steigen auch die Anforderungen:
  • Netzwerk-Segmentierung: Trennen Sie Entwicklungs-, Produktions- und Büro-Netzwerke voneinander.
  • Verschlüsselung: Verschlüsseln Sie sensible Daten im Ruhezustand und bei der Übertragung.
  • Zugriffskontrollen: Implementieren Sie das Prinzip der minimalen Berechtigung – jeder Mitarbeitende erhält nur Zugriff auf das, was er für seine Arbeit braucht.
  • Penetrationstests: Ab 10+ Mitarbeitenden und einer eigenen IT-Infrastruktur empfehlen wir regelmässige Sicherheitsbewertungen durch externe Experten.
  • Phishing-Schulungen: Sensibilisieren Sie Ihr wachsendes Team mit simulierten Phishing-Angriffen.

Was kostet Cybersecurity für ein Startup?

Die gute Nachricht: Die Grundlagen kosten wenig bis nichts. Passwort-Manager haben kostenlose Pläne, MFA ist bei den meisten Cloud-Diensten inklusive, und automatische Updates sind gratis. Selbst professionelle Phishing-Simulationen und Penetrationstests sind für Startups erschwinglich – besonders wenn man sie gegen die potenziellen Kosten eines Sicherheitsvorfalls abwägt (durchschnittlich CHF 50'000 bis 100'000 für ein KMU).

Fazit

Cybersecurity ist für Startups in Bern und der gesamten Schweiz von Beginn an relevant. Es gibt keinen «Welpenschutz» im Internet – Angreifer unterscheiden nicht nach Unternehmensgrösse. Die grundlegenden Schutzmassnahmen sind einfach umzusetzen und kosten wenig. Wer von Anfang an in Sicherheit investiert, schützt nicht nur seine Daten, sondern auch das Vertrauen seiner Kunden und die Zukunft seines Unternehmens.

SecureIT bietet massgeschneiderte Cybersecurity für Startups – von Cybersecurity-Beratung in Bern über Penetrationstests bis hin zu Phishing-Schulungen. Erfahren Sie auch, welche Anforderungen der ICT-Minimalstandard an Ihr Unternehmen stellt.