Der SecureIT Blog

Phishing-Simulationen: Wie Sie Ihre IT-Sicherheit stärken können

Phishing prävention
Phishing-Angriffe sind eine der grössten Bedrohungen für die IT-Sicherheit von Unternehmen. Durch gefälschte E-Mails oder Websites werden sensible Daten gestohlen oder Schäden an der IT-Infrastruktur verursacht. Um Mitarbeiter auf die Gefahren von Phishing-Angriffen vorzubereiten und die IT-Sicherheit des Unternehmens zu erhöhen, bieten sich Phishing-Simulationen an.

Was sind Phishing-Simulationen?

Phishing-Simulationen sind gezielte Übungen, bei denen gefälschte Phishing-E-Mails oder Websites an Mitarbeiter gesendet werden. Durch diese Simulationen können Mitarbeiter ihre Fähigkeiten im Umgang mit Phishing-Angriffen verbessern und lernen, wie sie diese erkennen und melden können.

Im Gegensatz zu realen Angriffen finden diese Übungen in einer kontrollierten Umgebung statt. Niemand wird blossgestellt – stattdessen erhalten Mitarbeitende, die auf eine simulierte Phishing-Mail klicken, sofort ein Lernmodul, das ihnen zeigt, woran sie den Angriff hätten erkennen können.

Die häufigsten Arten von Phishing

Um effektive Simulationen durchzuführen, ist es wichtig, die verschiedenen Phishing-Varianten zu kennen:
  • E-Mail-Phishing: Die klassische Variante – massenhaft versendete E-Mails, die bekannte Marken oder Dienste imitieren.
  • Spear-Phishing: Gezielte Angriffe auf bestimmte Personen mit personalisierten Inhalten, z. B. unter Verwendung des Namens des Vorgesetzten.
  • Whaling: Spear-Phishing, das sich gezielt an Führungskräfte und Geschäftsleitung richtet.
  • Smishing: Phishing per SMS – z. B. gefälschte Paketbenachrichtigungen oder Bankwarnungen.
  • Vishing: Phishing per Telefon – Anrufer geben sich als Support, Bank oder Behörde aus.
  • QR-Code-Phishing (Quishing): Manipulierte QR-Codes, die auf gefälschte Websites weiterleiten.

Wie funktionieren Phishing-Simulationen?

Ein externer Dienstleister oder eine spezialisierte IT-Abteilung des Unternehmens kann Phishing-Simulationen durchführen. Der Ablauf einer professionellen Phishing-Simulation umfasst typischerweise folgende Schritte:
  1. Planung: Definition der Zielgruppe, Auswahl der Phishing-Szenarien und Festlegung der Laufzeit.
  2. Erstellung der Simulationen: Gefälschte E-Mails werden erstellt, die reale Angriffsszenarien nachbilden – z. B. eine gefälschte Microsoft-365-Anmeldung oder eine Paketbenachrichtigung.
  3. Versand: Die simulierten Phishing-Mails werden an die Mitarbeitenden gesendet.
  4. Tracking: Jede Interaktion wird erfasst – wer hat die Mail geöffnet, wer hat auf den Link geklickt, wer hat Daten eingegeben?
  5. Schulung: Mitarbeitende, die auf die Simulation hereingefallen sind, erhalten sofort ein kurzes Lernmodul.
  6. Reporting: Management erhält einen detaillierten Bericht mit Statistiken und Empfehlungen.

Wichtige Kennzahlen einer Phishing-Simulation

Folgende Metriken helfen, den Erfolg der Awareness-Kampagne zu messen:
  • Klickrate: Wie viel Prozent der Mitarbeitenden haben auf den Phishing-Link geklickt?
  • Daten-Eingaberate: Wie viele haben tatsächlich Zugangsdaten auf der gefälschten Seite eingegeben?
  • Melderate: Wie viele haben die verdächtige E-Mail korrekt gemeldet?
  • Zeitverlauf: Wie entwickeln sich die Kennzahlen über mehrere Simulationen hinweg?
Erfahrungsgemäss liegt die Klickrate bei der ersten Simulation zwischen 20 und 35 Prozent. Nach mehreren Durchgängen und begleitenden Schulungen sinkt sie typischerweise auf unter 5 Prozent.

Warum sind Phishing-Simulationen wichtig?

Phishing-Simulationen tragen zur Stärkung der IT-Sicherheit bei, indem sie Mitarbeiter auf die Gefahren von Phishing-Angriffen sensibilisieren und sie darauf vorbereiten, diese zu erkennen und zu melden. Auch werden so Schwachstellen im Umgang mit Phishing-Angriffen aufgedeckt und können verbessert werden.

Darüber hinaus kann eine regelmässige Durchführung von Phishing-Simulationen dazu beitragen, dass Mitarbeiter aufmerksam bleiben und ständig ihre Fähigkeiten verbessern. Es entsteht eine Sicherheitskultur, in der das Melden verdächtiger E-Mails als positiv wahrgenommen wird – nicht als Zeichen von Unsicherheit, sondern als aktiver Beitrag zur Unternehmenssicherheit.

Best Practices für Phishing-Simulationen

Damit Phishing-Simulationen ihre volle Wirkung entfalten, sollten Sie folgende Punkte beachten:
  • Regelmässigkeit: Führen Sie mindestens vierteljährlich Simulationen durch, um den Lerneffekt aufrechtzuerhalten.
  • Vielfalt: Variieren Sie die Szenarien – nutzen Sie unterschiedliche Themen, Absender und Techniken.
  • Positive Kommunikation: Stellen Sie die Simulation als Lernchance dar, nicht als Test oder Bestrafung.
  • Kombinierte Schulung: Ergänzen Sie Simulationen mit kurzen E-Learning-Modulen und Präsenzschulungen.
  • Management-Einbindung: Auch Führungskräfte sollten an den Simulationen teilnehmen.

Fazit

Eine Phishing-Simulation trägt zur Verbesserung der IT-Sicherheit bei, indem sie Mitarbeiter auf den Umgang mit möglichen Phishing-Angriffen vorbereitet. Durch den Einsatz von realitätsnahen Simulationen können Mitarbeiter erkennen und melden, wenn eine E-Mail verdächtig erscheint. Dadurch können Unternehmen ihre Verteidigung gegen echte Phishing-Angriffe stärken und das Risiko von Datenverlust oder finanziellen Verlusten deutlich reduzieren.

Ergänzend zu Phishing-Simulationen bietet SecureIT das Phishing-AddIn für Outlook und den Phishing-Analyse-Service zur schnellen Bewertung verdächtiger E-Mails. Erfahren Sie auch, wie Sie E-Mail-Identitätsbetrug erkennen und verhindern.