Warum nicht alle Systeme Windows-basiert oder an AD angebunden sein sollten

Marc Sumi | 27.11.2023
In unserer zunehmend digitalisierten Welt stellen Ransomware-Angriffe eine ernstzunehmende Bedrohung dar, insbesondere für Unternehmen. Windows-basierte Systeme, die mit Active Directory (AD) verbunden sind, stehen oft im Fokus von Cyberkriminellen. Doch was macht sie zu einem attraktiven Ziel und wie können Unternehmen ihre Abwehrkräfte stärken? Dieser Blog beleuchtet die Bedeutung der Diversifizierung von Betriebssystemen als Schlüsselstrategie zur Abwehr solcher Angriffe.

Vorteile der Betriebssystem-Diversität

Die Vorteile der Betriebssystem-Diversität in der IT-Sicherheit sind vielfältig und wesentlich. Durch die Integration verschiedener Betriebssysteme wie Windows, MacOS, Linux und anderen in ein Unternehmensnetzwerk wird eine heterogene Umgebung geschaffen, die Cyberkriminellen das Leben schwer macht. Ein einheitliches System kann leichter Ziel eines spezifischen Angriffs werden, da Schwachstellen in diesem System von Hackern ausgenutzt werden können. Verschiedene Betriebssysteme haben unterschiedliche Sicherheitsmerkmale und Schwachstellen, was bedeutet, dass ein Virus oder eine Malware, die für Windows entwickelt wurde, nicht unbedingt auf einem Linux- oder MacOS-System funktionieren wird.

Diese Diversität erschwert es Angreifern, eine einheitliche Strategie zu entwickeln, die alle Systeme im Netzwerk kompromittieren kann. Es erhöht die Komplexität und die Kosten für die Durchführung eines erfolgreichen Angriffs. In einer Umgebung mit gemischten Betriebssystemen muss ein Angreifer mehr Zeit und Ressourcen aufwenden, um spezifische Angriffsvektoren für jedes System zu entwickeln. Dies kann als eine Form der "Sicherheit durch Diversität" betrachtet werden, da die Vielfalt an sich ein Hindernis für erfolgreiche Angriffe darstellt.

Darüber hinaus ermöglicht die Betriebssystemvielfalt eine flexiblere und individuellere Anpassung an die spezifischen Bedürfnisse und Anforderungen eines Unternehmens. Verschiedene Betriebssysteme bieten unterschiedliche Stärken in Bereichen wie Benutzerfreundlichkeit, Kompatibilität mit bestimmten Anwendungen oder Leistungsfähigkeit. Dies kann für Unternehmen besonders nützlich sein, die spezialisierte Software oder Anwendungen benötigen, die vielleicht nicht auf allen Betriebssystemen verfügbar oder optimal lauffähig sind.

Ausserdem kann die Nutzung unterschiedlicher Betriebssysteme in einem Unternehmen dazu beitragen, eine Monokultur zu vermeiden, in der alle Mitarbeiter und Prozesse von einem einzigen Anbieter oder System abhängig sind. Dies fördert eine gesündere IT-Umgebung und reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern oder Systemen, was die betriebliche Flexibilität und Widerstandsfähigkeit gegenüber Störungen erhöht. Insgesamt trägt die Betriebssystem-Diversität wesentlich dazu bei, das Risiko von Cyberangriffen zu mindern und die IT-Sicherheit in einem Unternehmen zu stärken.

Nachteile der einseitigen Systembindung

Die ausschliessliche Verwendung von Windows und Active Directory kann die Angriffsfläche eines Unternehmensnetzwerks vergrössern. Gelingt es einem Angreifer, in einen Teil des Netzwerks einzudringen, kann er sich oft schnell auf das gesamte System ausbreiten. Die Zeit, die benötigt wird, um ein AD-System zu kompromittieren, beträgt im Durchschnitt 24 bis 48 Stunden. Diese Zeitspanne bietet Angreifern ausreichend Gelegenheit, um erheblichen Schaden anzurichten.

Alternativen

Neben der Diversifizierung der Betriebssysteme ist es für Unternehmen unerlässlich, in umfassende Sicherheitsmassnahmen zu investieren. Fortgeschrittene Sicherheitssysteme, wie Firewalls, Antivirenprogramme und Intrusion-Detection-Systeme, bieten zusätzlichen Schutz gegen externe Bedrohungen. Ebenso wichtig ist die Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter in Bezug auf Cybersicherheit. Sie sollten über die neuesten Bedrohungen informiert und in sicheren Online-Praktiken geschult werden. Dazu gehören das Erkennen von Phishing-Versuchen, sichere Passwortpraktiken und das regelmässige Aktualisieren von Software.

Die Implementierung regelmässiger Backups ist eine weitere wichtige Massnahme. Sie gewährleisten, dass im Falle eines erfolgreichen Cyberangriffs oder eines Datenverlusts eine Wiederherstellung der Daten möglich ist. Multi-Faktor-Authentifizierung bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene, indem sie verlangt, dass Benutzer mehr als eine Form der Identifizierung vorlegen, bevor sie Zugang zum System erhalten. Die kontinuierliche Überwachung des Netzwerks hilft, ungewöhnliche Aktivitäten oder Angriffe frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

Diese Kombination von Technologie, Bildung und ständiger Wachsamkeit bildet ein robustes Sicherheitsnetz, das Unternehmen dabei hilft, sich gegen eine Vielzahl von Cyberbedrohungen zu schützen.

Fazit

Das Fazit unterstreicht die Wichtigkeit der Betriebssystem-Diversifizierung im Rahmen einer ganzheitlichen Cybersicherheitsstrategie. Obwohl es keinen absoluten Schutz gegen Ransomware-Angriffe oder andere Cyberbedrohungen bietet, ist es ein entscheidender Schritt, um die Angriffsfläche für Cyberkriminelle zu reduzieren. Ergänzend dazu sollten Unternehmen in fortschrittliche Sicherheitstechnologien, regelmässige Sicherheitsupdates und die Schulung ihrer Mitarbeiter investieren. Dies stellt sicher, dass sowohl die technische Infrastruktur als auch das Personal auf potenzielle Bedrohungen vorbereitet sind. Die Kombination aus technologischen Massnahmen und der Sensibilisierung der Mitarbeiter bildet somit das Rückgrat einer effektiven Sicherheitsstrategie. In der heutigen digitalen Landschaft ist es unerlässlich, proaktiv zu handeln und sich kontinuierlich gegen neue und sich entwickelnde Bedrohungen zu rüsten. Eine solche ganzheitliche Herangehensweise ist der Schlüssel zum Schutz Ihres Unternehmens in der dynamischen Welt der IT-Sicherheit.

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